Weihnachtsbräuche in Kärnten

Wenn es im Haus nach Weihrauch, Tannenzweigen und Lebkuchen duftet, ist sie gekommen, die besinnlichste Zeit des Jahres! Einige weit verbreitete und manche fast vergessene Weihnachtsbräuche in Kärnten finden Sie hier.

Die Weihnachtsbräuche in Kärnten beginnen mit dem Adventkranz binden. Dieser Brauch macht auch den Kindern viel Spaß, denn beim Dekorieren und der Auswahl der Kerzen können sie sich kreativ ausleben. Der Adventkranz ist das bekannteste Symbol des Advents und wurde im 19. Jahrhundert vom deutschen Pastor Johann Wichern ins Leben gerufen. Ursprünglich waren es 24 Kerzen, um den Kindern in seinem Waisenhaus die Zeit bis Heilig Abend zu verkürzen. Später wurden daraus vier Kerzen – eine für jeden Adventsonntag.

Am 4. Dezember folgt dann die Heilige Barbara. Barbarazweige von einer Forsytie, einem Apfel- oder Kirschbaum werden eingefrischt und sollen bis zu Heilig Abend aufgehen, um im kommenden Jahr Glück und Freude in die Familie zu bringen oder sogar eine bevorstehende Hochzeit anzukündigen. Jedes Familienmitglied sollte dabei seinen eigenen Zweig haben. Dieser Weihnachtsbrauch entstand, da der Legende nach, Barbara auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrer Kleidung in einem solchen Zweig hängen blieb, ihn pflückte und ihn ins Wasser stellte, worauf er an ihrem Todestag zu blühen begann.

Am 5. Dezember ist Krampustag. Aber schon ab Mitte November bringen die gruseligen Gesellen bei zahlreichen Krampusläufen den Kärntnern das Fürchten bei. Die angsteinflößend geschnitzten Masken und das zottelige Fell, die lauten Kuhglocken und deren Weidenruten sollen dem Teufel und anderen mystischen Gestalten ähneln und zum Bravsein ermahnen. Auch der Nikolo wird bei seinen Hausbesuchen oft von einem Krampus begleitet, der eine “Butte” (einen Korb) auf dem Rücken trägt, in dem die schlimmen Kinder, der Sage nach mitgenommen werden.

Am 6. Dezember wird am Nikolaustag der Heilige Nikolaus geehrt. Zahlreiche Legenden bildeten sich um den griechischen Bischof Nikolaus von Myra, was dazu führte, dass er als einer der wichtigsten Heiligen angesehen wurde. Begleitet vom Krampus werden heutzutage die braven Kinder vom Nikolo beschenkt, während die unartigen vom Krampus bestraft werden.

Ein im Lavanttal und Görtschitztal verbreiteten Weihnachtsbrauch ist das Roateln. Alles, was eine Schneide hat, wird vor Weihnachten geschärft und an Heiligabend unter den weiß gedeckten Tisch gelegt. Darauf stehen ein Reindling, eine Schale mit Weihwasser und zwei Kerzen. Die Tischbeine werden mit eisernen Ketten umwunden. So bleibt der Tisch bis zum Neujahrstag stehen. Dieser Brauch soll den Bauern Glück und eine gute Ernte bringen.

In den Rauhnächten vom 21. Dezember (Thomasnacht) bis 6. Jänner (Erscheinung des Herrn) sind laut Mythologie und Brauchtum die Zeit, in der die Geister durch das Räuchern ausgetrieben werden. In christlicher Tradition werden Haus und Hof mit Weihrauch gesegnet. Daher auch die Bezeichnung Rau(c)hnächte.

In diesen Rauhnächten finden in einigen Kärntner Gemeinden auch die Perchtentreiben statt. Mit ihren Glocken sollen die bösen “Schiach”-perchten nachts den finsteren Winter vertreiben, während die guten Schönperchten tagsüber den Dorfbewohnern Glück und Segen bringen.

Am 28.12. ist Tag der unschuldigen Kinder, zum Gedenken an die ermordeten Kinder unter König Herodes. Vormittags gehen Kinder mit einer Rute von Haus zu Haus und “schappen” deren Bewohner, während sie einen Spruch aufsagen, der Glück und Gesundheit für das kommende Jahr bringen soll. Beispiele: “Schapp, schapp frisch und gsund,
lang leben, gsund bleibn und a glückliches neues Jahr!” “Frisch und gsund, frisch und gsund, des gånze Jåhr gsund bleibn, nix klunzn und nix klågn, bis i wieder kum schlågn!”

Aber der schönste Weihnachtsbrauch und das nicht nur in Kärnten, ist wohl der des Christbaums aufstellen. Ihn zu schmücken, in strahlende Kinderaugen zu sehen und den Heiligen Abend mit geliebten Menschen zu verbringen, ist jährlich eines der schönsten Feste.

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